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DRK-Elternlotsen starten in Neugraben-Fischbek: Unterstützung für Familien im Quartier

Fünf der neun DRK-Elternlotsen, die Familien in Neugraben-Fischbek künftig Unterstützung anbieten, zusammen mit Projektleiterin Tina Reuter (Zweite von rechts). | Foto: ein

Neugraben-Fischbek. Drei Monate Schulung haben sie hinter sich, ab Januar werden sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Familien in Neugraben-Fischbek weitergeben: Vier Frauen und fünf Männer aus Afghanistan, Syrien und Tunesien wurden vom Harburger Roten Kreuz zu Elternlotsen qualifiziert und stehen künftig anderen in ihrer Nachbarschaft mit Rat und Tat zur Seite.

Anfang Januar werden die Zertifikate übergeben, danach beginnen die Elternlotsen in Neugraben-Fischbek ihren ehrenamtlichen Einsatz“, erklärt DRK-Projektleiterin Tina Reuter. Bei der Schulung haben die Teilnehmer wichtige Anlaufstellen wie Ämter, Beratungsstellen und kulturelle Einrichtungen kennengelernt und sich über Abläufe informiert. Nun können sie wichtige Ansprechpartner und Mittler sein, wenn die oft neu zugezogenen Familien im Quartier Unterstützung etwa bei Behördengängen, Arztbesuchen oder im Kontakt mit Schulen oder Kitas benötigen.

Ich freue mich sehr darauf, anderen Familien zu helfen und mein Wissen weiterzugeben“, sagt Ramesh Rahimi. Der 28-jährige Afghane kam 2015 nach Hamburg, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Die Familie lebt in einer Folgeunterkunft in Neugraben. Während der Schulung hat er Informationen und Flyer gesammelt und alles ordentlich in einem Ordner abgelegt. „Ich habe schon in den vergangenen Wochen viele Kontakte geknüpft und zum Beispiel eine Familie aus dem Iran, die gerade erst hier angekommen ist, ins Krankenhaus und zum Standesamt begleitet“, erzählt der Familienvater.

Am Anfang, als ich hierher kam, war alles fremd für mich. Es war sehr schwer sich zurechtzufinden. Jetzt kann ich anderen helfen, damit es für sie leichter ist“, sagt Noorzai Chelozai, 27, ebenfalls aus Afghanistan. Schon als er selbst als Flüchtling in einer DRK-Erstaufnahme in Harburg lebte, hat er sich als Sprachvermittler engagiert.

Als ich von diesem Kurs für Elternlotsen hörte, habe ich mich sofort angemeldet“, sagt Sevin Manla Othman. Die 20-Jährige ist vor zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen, spricht inzwischen recht gut Deutsch und auch Englisch, Türkisch und Kurdisch. „Ich werde oft angesprochen, ob ich helfen kann, und das mache ich sehr gern. Nach den drei Monaten Schulung kann ich es noch besser.“

Mit den Elternlotsen in Neugraben-Fischbek weitet das Harburger Rote Kreuz ein bereits bestehendes Projekt aus: Die Nachbarschaftsmütter Neuwiedenthal sind seit 2015 erfolgreich in dem Quartier unterwegs und wurden 2016 mit dem Harburger Integrationspreis ausgezeichnet. 20 Nachbarschaftsmütter sind inzwischen in Neuwiedenthal im Einsatz. „Da der Bedarf an Beratung gerade bei den neu zugezogenen Familien sehr hoch ist, lag eine räumliche Ausweitung des Projekts nahe“, sagt Katja Philipp, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Harburger Roten Kreuz. Ziel sei es, irgendwann auch 20 Elternlotsen in Neugraben-Fischbek zu haben. „Es ist geplant, 2018 eine weitere Gruppe zu schulen.“ Die Schulung ist für die Teilnehmer kostenlos.

Der Integrationsfond unterstützt das Elternlotsen-Projekt in Neugraben-Fischbek für einen Zeitraum von zwei Jahren. Danach sind die Elternlotsen ebenso wie die Nachbarschaftsmütter Neuwiedenthal auf Unterstützung durch Spender und Sponsoren angewiesen.

Wer Kontakt zu den Elternlotsen in Neugraben-Fischbek aufnehmen will, tut dies am besten per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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