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Schulsanierungen: Mehr Geld für Buchholz und die Samtgemeinden Hollenstedt, Jesteburg, und Tostedt

Buchholz/Hollenstedt/Jesteburg/Tostedt. Die Kommunen erhalten künftig tatkräftige Unterstützung bei der baulichen Sanierung ihrer Schulen: Mit der Neuregelung des bundesweiten Finanzausgleichs haben Bund und Länder die Grundlage für zusätzliche Finanzhilfen zu Gunsten der Kommunen geschaffen. Wie der CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke aus Elstorf mitteilt, erhalten die Länder ab dem Jahr 2020 insgesamt 3,5 Milliarden Euro für die Modernisierung der Schulinfrastruktur – rund 289 Millionen Euro davon fließen nach Niedersachsen.

Das Land hat sich verpflichtet, die Bundesmittel in voller Höhe an die Kommunen weiterzugeben und sie nach einem festgelegten Schlüssel auf die Landkreise und Gemeinden zu verteilen. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – vor allem die kommunalen Steuereinnahmen, aber auch Schüler- und Arbeitslosenzahlen sowie die Höhe der aufgenommenen Kassenkredite“, erklärt Schönecke.

Der Landkreis Harburg (3,519 Millionen Euro), die Stadt Buchholz (570.000 Euro), die Samtgemeinden Hollenstedt (86.000 Euro), Jesteburg (89.000 Euro) und Tostedt (283.000 Euro) gehören zu den Profiteuren des kommunalen Schulinvestitionsprogramms.

Schönecke abschließend: „Die Kommunen erhalten die Fördermittel, um die Schulgebäude im Ort zu sanieren. In Niedersachsen ermöglichen wir zudem, die Mittel auch für die Modernisierung der IT-Infrastruktur in Schulen einzusetzen – damit zeigt die neue Landesregierung, wie wichtig ihr die Digitalisierung ist. Ich freue mich, dass CDU und SPD nun die rechtlichen Grundlagen dafür geschaffen haben.“

Ärger um Kita im Neugrabener Vogelkamp

Neugraben. Neuer Ärger um die geplante DRK-Kita im Neubaugebiet Vogelkamp in Neugraben. Das Bezirksamt hat den Bauantrag aufgrund brandschutzrechtlicher Bedenken nicht genehmigt. Problematisch erscheint dem Bezirksamt u.a. die Holzfassade des geplanten Neubaus beziehungsweise Teile davon.

In einer kleinen Anfrage möchte die CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung es nun genauer wissen. Was die konkreten Gründe und welche Veränderungen notwendig seien, ob die Bauprüfabteilung schon im Vorwege beteiligt gewesen sei und warum die das zuständige Dezernat nicht schon frühzeitig Bedenken gegen die Holzfassade erhoben habe. Schließlich sei die Holzfassade eine Vorgabe der IBA gewesen, die auch das Wettbewerbsverfahren durchgeführt habe.

Fragen und Vorwürfe, die auf Seiten der IBA und des Bezirksamtes mit Unverständnis und Verärgerung aufgenommen werden. Denn nicht alles, was die CDU in der Anfrage als Fakten behauptet, entspricht der Wahrheit – oder ist zumindest nicht in der Eindeutigkeit zu sehen, wie die CDU es wohl gerne hätte.

So hat die IBA den Wettbewerb nicht durchgeführt, sondern das DRK Harburg, das als Träger der Kita ausgewählt worden war. Allerdings nicht aus freiem Stücken, denn ein solcher Wettbewerb war vom Träger der Kita seitens der IBA verlangt worden. „Wir haben vorher noch nie einen Architektenwettbewerb für eine unserer Kitas gemacht“, so DRK-Vorstand Harald Krüger zur Anforderung der IBA. Letztere möchte dann an dem ganzen Schlamassel auch nicht Schuld sein. Die IBA „hat keinerlei Vorgaben für Gestaltung und Material der Fassade des Neubaus gemacht“, erklärte ihr Pressesprecher Stefan Laetsch gegenüber besser-im-blick. Und doch liegt der Redaktion ein Dokument vor, aus dem etwas anderes gelesen werden kann. Dort schreibt die IBA dem DRK unter dem Stichwort „Rechtliche Rahmenbedingungen“: „Die Realisierung des Gebäudes in Holzbau wird besonders positiv bewertet.“

Geplante Holzfassade der DRK-Kita im Neugrabener Vogelkamp. | Foto: WÖRMANN ARCHITEKTEN
Geplante Holzfassade der DRK-Kita im Neugrabener Vogelkamp. | Foto: WÖRMANN ARCHITEKTEN

Das sei eine „Standardformulierung“ heißt es seitens der IBA. Klar – muss man nicht beachten und das ist de jure auch keine Forderung. Wohl aber de facto. Denn deutlich wird den Architekten und Jurymitgliedern, die an dem Wettbewerb beteiligt sind, signalisiert: Die Chancen eines Entwurfs sinken, wenn es kein Holzbau ist.

Und weiter noch: Einem Formular „Energetischer Standard Kita Vogelkampf Neugraben“ seitens der IBA ist deutlich zu entnehmen, dass sich der Investor (das DRK) „zur Realisierung folgender Komponenten“ verpflichtet. Unter der Überschrift „Lebenszyklusansatz“ findet sich angekreuzt „Realisierung in Holzbau“. Im Übrigen: Der Begriff Holzbau schließt ein Gebäude ganz aus Holz und nicht nur mit einer Fassade mit ein. „Mit einer Holzfassade – statt eines kompletten Holzbaus, den die IBA favorisiert hatte – sind wir sogar noch zurückhaltend gewesen, weil der Architekt, der uns im Interessenbekundungsverfahren beraten hatte, von Holz abgeraten hat. Nicht aus Brandschutz-, aber aus Kostengründen, weil Holz sehr pflege- und damit in den Folgejahren kostenintensiv ist“, so Harald Krüger.

Unverständnis über die Anfrage der CDU äußert das Bezirksamt. Denn anders als in der Anfrage behauptet, habe man im Rahmen einer Besprechung m Mai 2016, während des laufenden Wettbewerbs, eine Überprüfung des Brandschutzes für den Entwurf des Büros Wöhrmann gefordert.

Bleibt nun die Frage, wie der Karren aus dem Dreck zu ziehen ist. Klar dürfte sein, dass niemand der Beteiligten Kinder und Erzieher in der Kita einer Gefahr für Leib und Leben aussetzen will. Klar ist auch, dass die Kita zügig gebaut werden muss, um den neuen Bewohnern des Einzugsgebietes auch eine gute Kita zu bieten. Bei allem Ärger und aller Verärgerung kann dies eine Grundlage dafür sein, sich zügig zusammenzusetzen, einen Konsens über das wie weiter zu finden und ein brandschutzkonformes Gebäude zu errichten.

Jetzt mal Butter bei die Fische, Herr Richter: Für oder gegen die GroKo?

Am Sonntag stimmt die SPD auf ihrem Bundesparteitag über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen für eine Große Koalition (GroKo) mit CDU und CSU ab. Obwohl die SPD-Spitze noch am Wahlabend – unter dem Jubel vieler Genossen – die Fortsetzung der GroKo klar abgelehnte, heißt es nun, man müsse Verantwortung zeigen. Während die Parteispitze um den SPD-Vorsitzenden Martin Schultz und die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles für ein Ja werben, trommeln die Gegner der GroKo, an der Spitze die Jusos um ihren Vorsitzenden Kevin Kühnert, munter für ein Nein.

Hamburg fährt mit 15 Delegierten nach Bonn. Harburgs SPD-Kreischef Frank Richter ist eigentlich einer von ihnen, ist aber verhindert. Dennoch hat sein Wort Gewicht bei den Hamburger Genossen. Was rät er den Delegierten?

Herr Richter, wie ist Ihre generelle Haltung zur GroKo?
Es ist nicht mein Lieblingsprojekt und demokratietheoretisch sicherlich problematisch. Es kann immer nur eine ultima ratio sein.

Was hat die letzte GroKo für die Bürger gebracht? Was für die SPD?
Die letzte Große Koalition hat sehr viele vor allem sozialpolitische und gesellschaftliche Fortschritte gebracht. In erster Linie den Mindestlohn und das Familiengeld Plus. Aber auch die Frauenquote für Aufsichtsräte und die Ehe für Alle waren gesellschaftspolitisch wichtige Fortschritte. Aus meiner Sicht wichtig war auch die deutliche Erhöhung der Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau. Die SPD hat leider nicht davon profitiert, dass sie diejenige war, die für die hauptsächlichen Verbesserungen die treibende Kraft der Koalition gewesen ist.

Werden Sie auf dem BPT für oder gegen die Aufnahme von Koalitionsgesprächen stimmen?
Ich werde nicht auf dem BPT sein und muss mich dort leider vertreten lassen, würde aber für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen stimmen, wenn noch ein paar Arbeitsaufträge mitgenommen werden.

Was wären Mindestbedingungen für die Bildung einer neuen GroKo?
Ich bin nach wie vor nicht begeistert von einer neuen großen Koalition. Sie ist nur dann vertretbar, wenn in dieser Legislaturperiode wichtige Weichenstellungen für die Zukunft unserer Gesellschaft erfolgen. Da sind mir die Formulierungen im Sondierungspapier noch nicht konkret genug, weil doch viele Dinge in Kommissionen verschoben oder mit Prüfaufträgen versehen sind. Ich denke da vor allem an die Bereiche Zukunft der Rente und der Pflege oder die Zeit- und Leiharbeit. Nur wenn in den Koalitionsverhandlungen diese Dinge mit klaren inhaltlichen und zeitlichen Vorgaben versehen werden und die Vereinbarung getroffen wird, noch in dieser Legislaturperiode mit der Umsetzung von Empfehlungen zu beginnen, halte ich einen Eintritt in eine große Koalition für vertretbar. Die SPD muss dann nur auch hinreichend deutlich machen, dass es ihre Initiative ist und nicht die der Kanzlerin und ihrer Partei.

Was sind in Ihren Augen die Alternativen zur GroKo?
Ich denke nicht, dass wir uns die Alternative aussuchen können, wenn es nicht zu einer Koalition kommt. Das Heft des Handelns liegt dann bei anderen und meine Vermutung ist, dass es dann Neuwahlen geben wird.

SPD Harburg diskutiert über die Große Koalition

Zum Kommentar "Meine Meinung: Die Erneuerung der SPD hat schon längst begonnen"

Hausbruch. Rund 90 Harburger Genossen waren am Montagabend in das Landhaus Jägerhof gekommen, um über den Entwurf des Koalitionsvertrages sowie die Vorkommnisse der letzten Tage zu diskutieren. Schließlich steht der Mitgliederentscheid an, in dem die gut 460.000 Mitglieder der Partei über die Große Koalition abstimmen werden.

Will für den Koalitionsvertrag stimmen: Harburgs SPD-Chef Frank Richter. | Foto: Niels Kreller
Will für den Koalitionsvertrag stimmen: Harburgs SPD-Chef Frank Richter. | Foto: Niels Kreller

„Es ist keine personelle Frage, sondern ob das ausreicht, was in diesem Vertrag steht.“ Mit diesen Worten forderte der Kreisvorsitzende der Harburger SPD, Frank Richter, auf, sich an den Inhalten und nicht den Personalquerelen der letzten Tage zu orientieren. Er, so legte Richter dar, werde aufgrund dieses Vertrages für die Große Koalition stimmen. Auch der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi sprach sich für ein Ja aus. Für ihn ist der anstehende Mitgliederentscheid auch etwas, was die SPD auszeichne: „Jeder kann nach seinen persönlich Empfindungen, Vorstellungen und Werten darüber abstimmen. Das unterscheidet uns von jeder anderen Partei“, rief er den Genossen zu. Besonders das Europakapitel habe in überzeugt. Aber auch einen Blick in die Zukunft nach dem Votum warf er. „Ob die Partei tief gespalten ist, zeigt sich nicht an der Abstimmung, sondern daran, wie wir danach miteinander umgehen“, mahnte er.

Ein Austauch der Positionen

Dann hatten die „normalen“ Mitglieder das Wort. Von der Wahl zwischen Pest und Cholera war die Rede, von einer Glaubwürdigkeitskrise der Partei. „Ob der Vertrag gut oder schlecht ist, spielt keine Rolle. Die Bevölkerung nimmt es uns nicht mehr ab, solange wir nicht anfangen uns innerlich zu verändern“, hieß es. Und das könne man nicht bei einer Regierungsbeteiligung. Auch einige gerade eingetreten Neumitglieder meldeten sich zu Wort. „Wo bleibt die Zukunft?“, fragte ein Neumitglied. „Wir müssen an die nächsten Generationen denken. Deswegen stimme ich gegen den Koalitionsvertrag. Damit wir etwas noch Besseres auf die Beine stellen.“ Ein anderer äußerte sein tiefe Sorge um die Zukunft des Landes: „Wir müssen mit dieser Partei, in die ich jetzt eingetreten bin, die Demokratie sichern.“ Wie aber sehe es bei einer Großen Koalition in zwei oder vier Jahren mit der SPD aus. „Ich denke an Weimarer Republik.“

Auch der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi versuchte die Genossen von einem Ja zu überzeugen. | Foto: Niels Kreller
Auch der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi versuchte die Genossen von einem Ja zu überzeugen. | Foto: Niels Kreller

Aber auch die Befürworter des Vertrages brachten ihre Argumente vor. „Schaut es euch doch an, was es für unsere Leute bedeutet, was da drinsteht“, fordert der ehemalige Vorsitzende der Harburger SPD, Harald Muras, die Genossen auf. „Das sind ganz reale Verbesserungen ihrer Lebensumstände.“ Auch sei die CDU nicht mehr die CDU eines Roland Koch oder Alfred Dregger. „Wir müssen mal zur Kenntnis nehmen, dass die CDU in die Mitte gerückt ist. Das ist kein rechtsradikaler Verein mehr“, so Muras. Auch die Sorge, dass bei einem Nein Neuwahlen kommen und die AfD stärker würde, treibt einige Genossen an, mit einem Ja zu stimmen.

Auffällig ruhig verhielten sich die Jusos, die mit ihrem Bundevorsitzenden Kevin Kühnert doch die Speerspitze der Erneuerer und GroKo-Gegner sind. Und schließlich hatten die Jusos in Süderelbe im Vorwege deutlich Position gegen die GroKo und den Vertragsentwurf bezogen. Einzig der ehemalige Juso-Kreisvorsitzende Thilo Sander, der nun nach seinem Ausscheiden aus diesem Amt in die Versammlungsleitung der 'großen SPD' aufgestiegen ist, ergriff das Wort. In einem, seinem neuen Amt würdigen, Redebeitrag, beschwor Sander die Furch vor einer stärker werdenden AfD bei Neuwahlen. Ganz im Sinne von Franz Münteferings Credo „Opposition ist Mist“ befand er, dass die Partei nur in der Regierung verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen könne: „Wir müssen Taten und Worte sprechen lassen; das tun, was man sagt. In der Opposition können wir nichts tun.“ Kritik übte er an den Jusos und ihrer Kampagne. Erneuerung gehe auch in der Regierung. Am Rande der Versammlung war aber zu vernehmen, dass dies nicht die Position aller Jusos im Kreis ist und dass sie sich bald öffentlich wieder äußern werden. Da kann man gespannt sein.

Ein offizielles Meinungsbild der Genossen gab es an diesem Abend nicht. An der Stärke des Applauses zu den jeweiligen Beiträgen aber konnte aber schon eine leichte, gleichwohl deutliche, Mehrheit für den Koalitionsvertrag ‚erhört‘ werden. Ob sich das am Ende des Mitgliedervotums bestätigt wird sich zeigen.

Meine Meinung: Die Erneuerung der SPD hat schon längst begonnen

Kommentar. Wenn man böse sein wollte, dann könnte man sagen: Hätte es die Querelen der letzten Tage um Personalien, insbesondere um Martin Schulz, nicht gegeben – die GroKo-Befürworter hätten sie erfinden müssen. Denn für einige Genossen ist die Vorstellung, mit dieser sich so desolat aufführenden Bundesspitze in einen Wahlkampf ziehen zu müssen, der blanke Horror. Und deshalb wollen sie lieber mit Ja stimmen.

An einem Nein hindert vielfach auch der in der SPD weitverbreitete Glaube, dass man nur in der Regierung etwas bewirken könne. Treffender als Thilo Sander hätte man dieses Konzept nicht auf den Punkt bringen können – „In der Opposition können wir nichts tun.“ Aktive Gewerkschafter wissen es da beispielsweise besser. Und es wäre auch interessant, wie jemand wie Sander sich erklärt, wie die SPD von einer im Kaiserreich verfolgten Bewegung überhaupt in Regierungsverantwortung kommen konnte. Aber wahrscheinlich ist der Glaube, dass man nur in der Regierung etwas tun könne, in der momentan Verfasstheit der SPD schlicht die traurige Wahrheit.

Und es ist ein Irrglaube, dass sich eine Partei, die in einer so tiefen Krise wie die SPD steckt, erneuern könne, während sie an einer Regierung beteiligt ist und immer das Richtschwert des „Machbaren“ und des „Durchsetzbaren“, den sogenannten „Realitäten“, über dem Prozess schwebt. Auch lässt sich dieser Prozess nicht ohne Diskussion um Personen beginnen. Ausgerechnet Andrea Nahles als Erneuerin zu bestimmen, grenzt an Verhöhnung der Parteimitglieder. Sie hat, wie andere Juso-Bundesvorsitzende nach ihr, maßgeblichen Anteil daran, die Jusos und später auch die innerparteiliche Linke in weiten Teilen in die verordnete Langweiligkeit der Partei aus Grünkohlessen, Skatturnieren und Kaffeekränzchen integriert zu haben. Sie hat die Agenda-Politik mitgetragen, für viele der ehemaligen Wähler der Sündenfall der SPD. Erst mit der Wahl von Johanna Uekermann 2013 zur Juso-Bundesvorsitzenden und mit noch einmal mit eingelegtem Turbo seit der Wahl von Kevin Kühnert haben sich die Jusos aus diesem Sumpf der Langeweile und Bedeutungslosigkeit angefangen freizukämpfen.

Und das mit Erfolg. Denn was die Parteioberen in ihrer Festung der Beharrung in Berlin anscheinend noch nicht gemerkt haben: Während sie über eine Erneuerung der Partei nur Reden und diese gerne auf formale Aspekte innerparteilicher Demokratie beschränkt sehen wollen, haben die Jusos und alle, die mit ihnen aufgebrochen sind, schon damit begonnen. Auch in Harburg scheinen die Jusos nicht einfach nur mehr damit zufrieden zu sein, die fleißigen Flyerverteiler am Infotisch zu sein, sondern mehr zu wollen – und zu fordern. Es bleibt zu wünschen, dass sie dies auch nach dem Votum fortführen – egal wie es ausgeht.

Jahresrückblick von Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen - Ausblick auf 2018

Hittfeld. Ein arbeitsreiches und spannendes Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Was war prägend für dieses 45. Jahr seit Gründung der Gemeinde, was bleibt?

Der Dauerbrenner war natürlich wieder unsere Decatur-Brücke. Nach einem bemerkenswerten Prozess hat der aus sieben Parteien bestehende Rat der Gemeinde in seiner Dezember-Sitzung einstimmig den Beschluss gefasst, kein Ersatzbauwerk nach dem Abriss der Decatur-Brücke vorzusehen. Diese Entscheidung ist keinem Ratsmitglied leicht gefallen. Galt es doch, die unterschiedlichen Interessen der Maschener und Hörstener Bürger, der Pendler sowie der Bahn abzuwägen vor dem Hintergrund einer Kostenschätzung, die selbst bei optimistischen Förderannahmen eine für die Gemeinde nicht zu finanzierende Größenordnung erreicht hat. Natürlich hat die Gemeinde weiterhin großes Interesse an einer einvernehmlichen Lösung mit der Bahn, dies wird mit dem getroffenen Ratsbeschluss deutlich. Hier müssen sich jetzt aber auch andere bewegen.

Ein großer Schreck war es insbesondere für die Hörstener Bevölkerung, als wir im letzten Winter kurzfristig die Seevebrücke Richtung Bahnhof sperren mussten. Die Ergebnisse von Bohrkernmessungen ließen keine andere Handlung zu, es bestand Einsturzgefahr. Eine sofortige Brückensperrung war unvermeidlich. Politik und Verwaltung handelten umgehend und sprachen sich auch vor dem Hintergrund der aktuellen Situation um die Decatur-Brücke für die Errichtung eines Provisoriums aus. Auch wenn manch Bürger diesen Zeitraum für zu lang betrachtete, bin ich in der Rückschau sehr froh, dass es innerhalb von nur rund sieben Monaten gelang, die Verbindung wieder herzustellen. Bei den hohen rechtlichen und technischen Anforderungen die wir in Deutschland haben war das keine Selbstverständlichkeit.

Es sind aber auch viele weitere Themen, die uns Seevetalerinnen und Seevetaler 2017 begleitet haben. Ich freue mich, dass es endlich gelingt, im Wohnungsbau neue Akzente zu setzen. Mit der Schaffung des Baurechts und dem Verkauf erster Teilflächen auf der ehemaligen Sportplatzfläche am Höpen in Fleestedt werden nach langer Zeit wieder einmal größere Flächen für eine Wohnnutzung zur Verfügung gestellt. 2018 erwarte ich dort erste Spatenstiche für den Bau von knapp 140 Wohnungen mit einem besonderen Gewicht auf seniorengerechtem und bezahlbarem Wohnraum. Es sind Wohnungen, die immer wieder in Sitzungen oder in persönlichen Gesprächen nachgefragt werden. Manche alt eingesessenen Seevetaler möchten sich von ihren großen Häusern und Grundstücken aus unterschiedlichen Gründen trennen. Sie eint aber, dass sie weiterhin in unserer schönen Gemeinde leben möchten, nur eben in anderen Wohnformen. Positiv bewerte ich in diesem Zusammenhang den mehrheitlich beschlossenen Beitritt zur KWG, der landkreisweiten Wohnungsbaugesellschaft.

Hier erhoffe ich mir in den nächsten Jahren wichtige Impulse für den Seevetaler Wohnungsmarkt, insbesondere auch für bezahlbaren Wohnraum. Der aktuelle Haushalt der Gemeinde 2017 und ebenso der Haushalt für das Jahr 2018 sind solide Zahlenwerke. Bemerkenswert ist, dass seit einiger Zeit die Einnahmen aus der Gewerbesteuer höher liegen als der Anteil der Gemeinde an der Einkommensteuer. Grund ist hier sicherlich das noch immer vorherrschende Konjunkturhoch. Hier gilt es aber den Haushalt wetterfester zu machen. Insbesondere der Einnahmenbereich muss auch für schlechtere Zeiten abgesichert werden. Auch wenn die derzeit positive wirtschaftliche Lage schon länger währt als bei früheren Zyklen, wissen wir doch, dass auch einmal wieder einkommensschwächere Jahre auf die Gemeinde zukommen werden. Hier gilt es vorzubauen. Die verträgliche Ansiedlung von weiterem Gewerbe ist da sicherlich ein geeignetes Mittel.

Zwei große Projekte sind in 2017 planerisch festgezurrt worden: Die Umsiedlung des Gartenfachzentrums Matthies von Hittfeld nach Emmelndorf sowie die Ansiedlung einer Audi-Dependance des Autohauses Kuhn und Witte aus Jesteburg. Zwei klangvolle Namen, die weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus als in der Region verwurzelte bodenständige und weitsichtige Unternehmen wahrgenommen werden. Mit den Ansiedlungen dieser Firmen wird, dank finanzieller Beteiligung dieser Unternehmen, die Straßeninfrastruktur in diesen Bereichen verbessert.

Fleestedt erhält am Ortseingang den schon vor längerer Zeit ersehnten Kreisel, der sich auch förderlich auf das Geschwindigkeitsniveau auf der Winsener Landstraße in der Ortslage auswirken kann. In der Nähe des Bahnhofes Hittfeld wird es gelingen, neben einem Kreisverkehr auf der Landstraße auch die Parkplatzsituation am Bahnhof Hittfeld durch die Schaffung weiterer P+R-Plätze deutlich zu verbessern.

Im Gewerbepark Beckedorf ist jetzt offiziell das letzte Grundstück verkauft worden. Die geplante Westerweiterung wird 2018 planerisch weiter begleitet werden. Ein Investor hat die technisch aufwändige Fläche im zu Ende gehenden Jahr erworben. Hier erhoffe ich mir im neuen Jahr erste bauliche Aktivitäten.

Im Herbst konnten wir die Erweiterung des Gewerbegebietes „Bosteler Feld“ in Hittfeld einweihen. Welcher Nachfragedruck nach Gewerbeflächen auf der Gemeinde liegt, war besonders gut daran zu erkennen, dass zwei Betriebe noch während der Bauphase der Straße bereits mit dem Bau ihrer Immobilie begonnen haben. Hier erwarte ich, dass wir in 2018 das Schild „ausverkauft“ aufhängen müssen, obwohl es noch nicht einmal ein offizielles Verkaufsschild für die durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises vermarkteten Flächen gibt.

Es besteht Einvernehmen mit der Politik, im kommenden Jahr weitere Gewerbeflächen zu identifizieren, damit die Gemeinde Seevetal auch für die Zukunft gut aufgestellt ist. In Maschen schreitet der Bau des Polizeigebäudes voran. Im Sommer 2017 verabschiedete der Rat der Gemeinde den Bebauungsplan „Sonnenblumenfeld“. Nach Auskunft der beteiligten Akteure ist mit einer Inbetriebnahme im Laufe des kommenden Jahres zu rechnen.

Für eine Entwicklung des Edeka- und Aldi-Marktes in Hittfeld in Kombination mit dem Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles „Zum Hundertjährigen“ wurden politisch die planerischen Weichen gestellt. Hier muss das Jahr 2018 für eine gute Planung genutzt werden, damit wir ab 2019 mit ersten baulichen Maßnahmen rechnen können.

Ein kultureller Höhepunkt des Jahres war die 200-Jahr-Feier der Karoxbosteler Mühle und die damit verbundene offizielle Inbetriebnahme des Mühlenensembles. Hand aufs Herz: Wer hätte bei dem Anblick der Mühle Ende 2011 auch nur im Ansatz erahnt, was für ein Schmuckstück dort entstehen wird? Es hat ein paar mutige Menschen gegeben, die wiederum viele andere für das Projekt interessieren und motivieren konnten. Mehr als 1.000 Mitglieder hat der mittlerweile deutschlandweit größte Mühlenverein. Hut ab, Chapeau liebe Mühlenretter; Seevetal wäre deutlich ärmer ohne Ihr Wirken – dafür sage ich „Danke“!

Bedanken möchte ich mich auch bei den vielen Helfern im Bereich der Flüchtlingsinitiativen. Jahr für Jahr leisten sie einen großen Beitrag für das Zusammenleben der Menschen in unserer Gemeinde.

Auch die kulturelle „Hardware“ war der Gemeinde in 2017 einiges wert. Im April begann die Sanierung der Burg Seevetal. Noch bis zum Herbst 2018 soll unsere „Burg“ für über 7 Millionen Euro saniert und erweitert werden. Die neuen Räumlichkeiten für die Mitarbeiter sind schon gut zu erkennen. Neben den umfangreichen sicherheitstechnischen Umbauarbeiten, die der eigentliche Auslöser für die Sanierung waren, erfolgt
zudem noch der Umbau des ehemaligen Restaurant-Traktes hin zu einem Treffpunkt für die Hittfelder Dorfgemeinschaft. Für Ausstellungen und Messen wird es zukünftig noch flexiblere Nutzungsmöglichkeiten geben. In 2018 freuen wir uns zudem auf das Jubiläum der Musikschule: 40 Jahre gilt es zu feiern, auch mit Veranstaltungen in unserer „Burg“.

Für unsere ganz Kleinen wurden in Bullenhausen und Ramelsloh neue Räumlichkeiten geschaffen. Nach den Sommerferien startete die neue Krippengruppe am Elbdeich und zum Jahresende nimmt in Ramelsloh die neue Kita mit drei Gruppen ihren Betrieb auf. Für 2018 wurden die Weichen gestellt für neue Kita-Räumlichkeiten in Maschen und im Bereich Fleestedt. Eine Herausforderung, die uns von technischen, planerischen und organisatorischen Kapazitäten her immer wieder fordert; aber was gibt es schöneres für die öffentliche Hand als in Bildung und Unterkünfte für unsere Kinder und damit in die Zukunft der Gemeinde Seevetal zu investieren.

Auch im Schulbau zeichnen sich für 2018 Veränderungen ab: So wird im Haushalt Geld für die Erweiterung der Grundschule Emmelndorf bereitgestellt. Die wesentliche Umsetzung ist dann in den Jahren 2019 und 2020 vorgesehen.

Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Seevetal ist eine tragende Säule unseres Gemeinwesens. Die 14 Wehren leisten Herausragendes dafür, dass wir sicher leben können in Seevetal. So war es mir eine große Freude, der FF Maschen im Frühjahr zwei neue Fahrzeuge zu übergeben. Der lang ersehnte An- und Umbau der Feuerwehr Lindhorst ist bereits zum großen Teil abgeschlossen. Für eine Erweiterung der FF Glüsingen und einen Neubau der FF Hittfeld wurden in diesem Jahr die Weichen gestellt. Das ist gut angelegtes Geld für die Sicherheit unserer Bevölkerung.

Überdies wird im Sportbereich viel ehrenamtliche Tätigkeit geleistet. Es ist auch hier Ziel der Gemeinde, den vielen Aktiven gute Übungsmöglichkeiten zu bieten. Der Neubau des Sporthauses am Elbdeich für den TSV Over-Bullenhausen dauerte das ganze Jahr hindurch. Im Frühjahr 2018 wird mit der Einweihungsfeier gerechnet. Zudem wurde die Schulsporthalle an der Grund- und Hauptschule Meckelfeld energetisch saniert. Im Spätsommer erfreute uns ein Besuch aus unserer Partnerstadt Decatur. Unter der Führung von Bürgermeisterin Julie Moore-Wolfe besuchte uns eine vielköpfige Besuchergruppe unserer amerikanischen Partnerstadt. Höhepunkte waren sicherlich der Empfang im Rathaus und die Farewell-Party zum Abschluss in der stimmungsvollen Horster Mühle.

Die kommenden Feiertage und die Tage „zwischen den Jahren“ sollten wir alle nutzen für etwas mehr Ruhe, Einkehr und Besinnlichkeit.

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben (Albert Einstein).

Ich wünsche allen Seevetalerinnen und Seevetalern ein gesegnetes, frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch in das neue Jahr und für 2018 alles Gute.

Ihre
Martina Oertzen
Bürgermeisterin der Gemeinde Seevetal

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