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Kein Gedenken in Harburg an den Beginn der ersten deutschen Demokratie

Auf der Sitzung der Bezirksversammlung am Dienstag ging es unter anderem um Aktionen zum Gednken an den 100. Jahrestag der Revolution von 1918. | Foto: Niels Kreller

Harburg. Dass die CDU und die AfD gegen einen Antrag zum Gedenken an den 100. Jahrestag der Novemberrevolution 1918 stimmen verwundert nicht. Ja, als Linke hätte man sich in der Bezirksversammlung am Dienstag fragen müssen, was man falsch gemacht hätte, wäre es anders gewesen. Dass aber die SPD gegen einen solchen Antrag stimmt, ist vielleicht überraschend. Schließlich, so erinnerte der Linken-Abgeordnete André Lenthe die Genossen, hätte im alten Kreisbüro der SPD im Schloßmühlendamm noch ein Originalplakat des Arbeiter- und Soldatenrates in Harburg gehangen. Dabei sollte es erst einmal nur darum gehen, dass der neue Leiter der Abteilung Stadtgeschichte des Helms-Museums Jens Brauer zusammen mit dem Stadtteilhistoriker Dr. Christian Gotthardt geeignete Möglichkeiten für ein angemessenes Gedenken im Bezirk Harburg an die Novemberrevolution 1918 entwickeln und das Ergebnis im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit vorstellen sollte. Die Grünen, ja, auch die Liberalen Abgeordneten von der FDP, waren für ein Gedenken in Harburg an den Beginn der ersten Demokratie auf deutschem Bode. (Im Gegensatz zu den "alten" enthielten sich die Neuen Liberalen.)

Der Linken-Abgeordnete André Lenthe erinnerte die SPD daran, selbst Teil der Revolution von 1918 gewesen zu sein. | Foto: Niels Kreller
Der Linken-Abgeordnete André Lenthe erinnerte die SPD daran, selbst Teil der Revolution von 1918 gewesen zu sein. | Foto: Niels Kreller

Schnee von gestern, findet die Harburger SPD anscheinend. „Hamburg ist dafür zuständig“, so die einzige Begründung, die der SPDler Martin Celik dazu lieferte.

Meine Meinung: Dieses Gedenken passt eben nicht zu Großer Koalition

Kommentar. Hamburg sei dafür zuständig - eine Begründung, ganz frei von historischem Bewusstsein. Denn Harburg war 1918 eine eigenständige Stadt und hier bildete sich am 7. November 1928 ein eigenständiger Arbeiter- und Soldatenrat. Im Übrigen einer der nicht so zahlreichen Räte, die von Beginn an von Sozialdemokraten dominiert waren.. An anderer Stelle haben es die Sozialdemokraten dagegen gerne, wenn die eigenständige Geschichte Harburgs betont wird – beispielsweise, wenn es um die Eigenständigkeit des Helms-Museums, des Stadtmuseums geht. Wenn der (am besten sozialdemokratische) Bezirksamtsleiter „Bürgermeister“ genannt wird. Oder wenn es bis vor zwei Jahren galt, auf der 1. Mai Demonstration in Harburg viele SPD-Fahnen schwenken (möglichst mehr als Linke und Grüne) zu.

Da mag es vielleicht andere Gründe als „Hamburg ist dafür zuständig“ geben. EIn positiver Bezug darauf, einmal an einer Revolution beteiligt gewesen zu sein, passt eben nicht so recht in eine Große Koalition. Die CDU, der Partner in der Großen Koalition, wäre vielleicht durch solch Umtriebe vergrätzt. Da stimmt man dann halt auch mal mit der AfD. Es hat wohl schon Gründe, warum das Plakat des Arbeiter- und Soldatenrates heute nicht mehr im Kreisbüro der Harburger SPD hängt.

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