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Heinz Schwede ist neues Ehrenmitglied im Harburger Turnerbund

 Heinz Schwede (Zweiter von rechts) mit den HTB-Vorstandsmitgliedern Rolf Ludwig (von links), Michael Armbrecht und Olaf Gayko. | Foto: ein

Harburg. Der Harburger Turnerbund hat während seiner Mitgliederversammlung im HTB-Sportpark Jahnhöhe Heinz Schwede aus der Fußball- und Tennisabteilung zum neuen Ehrenmitglied ernannt. Klaus Buchholz, ehemaliger langjähriger Vizepräsident und excellenter Kenner des Vereins, hielt eine bewegende Laudatio auf Heinz Schwede, der sich in den vergangenen fast vier Jahrzehnten viele Verdienste beim HTB erworben hatte. Klaus Buchholz: „Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das,was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.“ Heinz Schwede, der als Fußballer bekannt für einen gelegentlich körperbe-tonten, schonungslosen Einsatz war, mit dem er seinen Gegenspielern auch schon mal weh tun konnte.

Als er sich 1979 dem HTB anschloss, atmeten die Turnerbund-Ligakicker auf - Heinz Schwede war jetzt Mitspieler - und kein unbequemer Gegner mehr. Dass sich der rustikale Verteidiger später einmal im Ehrenamt sogar zum kreativen Spielmacher entwickeln und den größten Strukturwandel der HTB-Fußballabteilung seit ihrer Gründung mitgestalten würde, war damals eher nicht absehbar. Jedoch bereits Mitte der 1980iger-Jahre, als einige der heutigen Präsidiumsmitglieder noch die Schulbank drückten und die einst so glorreiche HTB-Jugendabteilung mit lediglich drei Nachwuchs-Mannschaften in der Bedeutungslosigkeit herumdümpelte, begann Heinz Schwede als Jugendtrainer seine ehrenamtliche Laufbahn.

1992 übernahm er dann zusätzlich noch die Leitung der Jugendabteilung und sorgte gemeinsam mit den Trainern und Betreuern für einen nachhaltigen
Aufschwung. Das Turnerbund-Jammertal war durchschritten, nachdem die Aktion „Mein Freund ist Ausländer“ unter seiner Führung erfolgreich umgesetzt war und vom DFB mit dem renommierten „Sepp-Herberger-Preis“ belohnt wurde.

Von 1998 an erlebte Heinz Schwede seine wohl aufregendste Zeit beim HTB, in der er sich als 2. Vorsitzender vorrangig um die "teure" Oberligamannschaft kümmerte, die sich auf sehr dünnem Eis bewegte und schließlich 2003 wegen fehlender finanzieller Mittel aufgelöst werden musste. Enttäuscht von den maßlosen Forderungen der damaligen Spieler nahm sich Schwede eine Auszeit, wandte sich als Einzelkämpfer dem Spiel mit den kleinen gelben Filzbällen in der HTB-Tennisabteilung zu und trug nur noch für sich selbst Verantwortung - im Beruf als selbstständiger Versicherungskaufmann.

Extern schwadronierten einige Harburger aus Stadt und Land schon vom Ende einer langen HTB-Tradition - intern mussten sich die HTB-Fußballer mit der unmissverständlichen Vorgabe vertraut machen, keine Alimentierungen mehr durch den Gesamtverein zu erhalten. Sie erledigten ihre Hausaufgaben und richteten ihren Fokus von nun an auf die intensive Jugendförderung - auch mit dem Ziel, den im Bau befindlichen Sportpark Jahnhöhe zur Ausbildungsstätte für den eigenen Nachwuchs zu entwickeln.

Nachdem der damalige HTB-Fußball-Abteilungsleiter Günter Wietrek 2009 überraschend verstorben war, ließ sich Heinz Schwede davon überzeugen, seinen einsamen Selbstversuch auf der roten Asche zu beenden und die Gesamtverantwortung zu übernehmen. Im Jahr 2010 organisierte er zum 100-jährigen Bestehen der Abteilung eine glänzende Jubiläumsfeier, die dem HTB in der Öffentlichkeit wieder ein positives Image verschaffte und den Kickern neues Selbstbewusstsein einhauchte.

Mit den hervorragenden Rahmenbedingungen, die ihnen die neue Sportanlage nun bot, entwickelten sich die Fußballer zur mitgliederstärksten HTB-Abteilung. 33 Mannschaften befinden jetzt sich im Spielbetrieb, an dem auch seit einigen Jahren sehr erfolgreich fünf Mädchen- und Frauenteams teilnehmen. Die Jugendlichen profitieren von der leistungsbezogenen Ausbildung durch ihre qualifizierten Trainer und gewannen Meisterschaften und Pokale in vorher nie gekannter Zahl.

Honoriert wurde dieser erfolgreiche Werdegang mit der Verleihung des „Uwe-Seeler-Preises“. Der Glanz dieser Senatsauszeichnung, die Rolf Ludwig als
HTB-Jugendobmann 2014 für unsere großartige Jugendarbeit im Hamburger Rathaus entgegennahm, fiel naturgemäß auch auf den Abteilungsleiter Schwede, der in den zurückliegenden Jahren mehrfach geehrt wurde - vom HTB mit der Goldenen Nadel, die Silberne Nadel erhielt er vom Hamburger Fußball-Verband und der DFB steckte ihm die Verdienstnadel ans Revers und überreichte zudem einen Ehrenamtspreis.

Aktionismus ist für Heinz Schwede ein Fremdwort, und seine Gabe, unbequeme Dinge auch einfach mal auszusitzen, mag manchen Vertrauten an den Rand der Verzweiflung getrieben haben, aber mit seiner allgegenwärtigen Präsenz, seiner Unaufgeregtheit und seinem moderierenden Führungsstil steuerte er seine Abteilung standhaft auch durch stürmische See und übergab sie 2017 wohlgeordnet in jüngere Hände.

Als am 30. Mai vergangenen Jahres der gern mit einem beliebten Karnevalsschlager aus den 50er-Jahren weinselig herbeigesungene Weltuntergang wieder
einmal ausgeblieben war und Schwede sich am Tag danach von seinem Amt verabschiedete, machten erfreuliche Nachrichten die Runde - die Saat intensiver
Jugendförderung war nämlich aufgegangen und nun begann die Erntezeit. Mit den HTB-„Eigengewächsen“ qualifizierten sich die Frauen und Männer für die
Landesliga, die A- und B-Jugendlichen traten in der Oberliga an und mit der C-Jugend bewährte sich erstmals sogar eine Mannschaft überregional.

Es war ein perfekter Tag des Abschieds für einen sichtlich gerührten, engen Freund und BV-Bruder, dessen Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, von seinen
Weggefährten stets loyal und mit Freude unterstützt wurde. In der nunmehr 108-jährigen Geschichte der Fußballabteilung gibt es keinen Mandatsträger, der wie Heinz Schwede zunächst als Ligaspieler und Jugendtrainer, dann alsJugendobmann und später als 2. und 1. Vorsitzender einen vergleichbarenWerdegang aufweisen kann.

Der Harburger Turnerbund ist Heinz Schwede für seinen außerordentlichwertvollen ehrenamtlichen Einsatz zu großem Dank verpflichtet. In Würdigung und Anerkennung seiner langjährigen, herausragenden Verdienste hat das Präsidiumbeschlossen, ihn zum neuen Ehrenmitglied zu ernennen.


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